Feuerwehrleitstelle
Der Euronotruf 112 aus der Stadt Pforzheim und dem Enzkreis wird in der Feuerwehrleitstelle Pforzheim abgefragt. Die Leitstelle ist rund um die Uhr mit zwei erfahrenen und besonders qualifizierten Beamten der Berufsfeuerwehr besetzt. Bei Unwetter- oder Großschadenslagen können insgesamt sechs Einsatzleitplätze und drei weitere Abfrageplätze besetzt werden.
Aufgaben der Feuerwehrleitstelle
Neben der Notrufabfrage und Alarmierung von Einsatzkräften hat die Feuerwehrleitstelle Pforzheim zahlreiche weitere Aufgaben, die über die reine Einsatzsachbearbeitung hinausgehen und regelmäßige Fortbildung erfordern.
- Abfrage des Euronotrufs 112 und Umsetzen des Notrufinhaltes in Alarmstichwörter gemäß Alarm- und Ausrückeordnung
- Setzen von Prioritäten bei gleichzeitigem Eingang mehrer Alarme
- Alarmierung von Einsatzmitteln und Einsatzkräften der Stadt Pforzheim und der 28 Enzkreisgemeinden
- Alarmierung und Verständigung von anderen Ämtern, Organisationen oder Fachfirmen
- Unterstützung der Einsatzleitung z. B. bei der Raumordnung auf der Anfahrt oder Informationsrecherche im Gefahrguteinsatz
- Führen eines Lagebilds der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr
- Dokumentation der Einsätze
- Aufsicht über den Sprechfunk
- Datenpflege des Einsatzleitsystems
- Bearbeitung von Brandmelde- und Störmeldealarmen
- Bearbeitung von Wetter- bzw. Unwetterwarnungen
- Bearbeitung von Hochwassermeldungen
- Bearbeitung von Störmeldungen der Gas-, Wasser-, Strom- und Fernwärmeversorgung für die Stadtwerke Pforzheim
- Handwerkernotruf für die Sanitär- und Elektroinnung
Die Disponenten der Feuerwehrleitstelle werden außerdem in der Führungsgruppe (ELW 2) und als Unterstützungspersonal im Führungsstab eingesetzt. Alle Disponenten haben regelmäßig Einsatzdienst im Löschzug, Hilfeleistungszug oder Gefahrgutzug der Berufsfeuerwehr.
Zuständigkeitsbereich
Die Feuerwehrleitstelle ist für die Stadt Pforzheim mit rund 119.000 Einwohnern und den Enzkreis mit 28 Gemeinden und 197.000 Einwohnern zuständig. Insgesamt wird eine Fläche von 672 km² (Pforzheim 98 km²) versorgt.
Technik
Die Einsatzmitteldisposition erfolgt seit Oktober 2011 mit dem Einsatzleitsystem secure.CAD von der Fa. Swissphone Systems. Das gleiche System wird auch in der Rettungsleitstelle des DRK verwendet, so dass bei der geplanten Zusammenlegung beider Leitstellen zur "Integrierten Leitstelle Pforzheim-Enzkreis" keine unterschiedlichen Systeme zusammengeführt werden müssen.
Die Erneuerung der (analogen) Kommunikationstechnik wird erst mit der Einführung des BOS-Digitalfunks erforderlich und ist für die neue Integrierte Leitstelle vorgesehen.
Die vier Einsatzleitplätze verfügen über jeweils vier Bildschirme für die verschiedenen Anzeigen wie z. B.:
- Einsatzannahme
- Einsatzmittelübersicht
- laufende und undisponierte Einsätze
- Adressverzeichnis
- Geoinformationssystem
- Informationssystem für Gefährliche Stoffe
- Internet, Mail und Office.
An vier zusätzlichen "Ausnahmeabfrageplätzen" kann bei größeren Schadenslagen ebenfalls der Notruf 112 abgefragt werden. Somit stehen insgesamt acht Arbeitsplätze zur Verfügung, zu deren Besetzung auf Personal des Löschzugs und auf dienstfreie Kräfte zurück gegriffen wird.
Integrierte Leitstelle
Die Stadt Pforzheim, der Enzkreis und das DRK werden zukünftig eine Integrierte Leitstelle (ILS) betreiben. In der Integrierten Leitstelle sind alle zeitkritischen Dienstleistungen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr unter der Rufnummer 112 und der Krankentransport unter der Rufnummer 19222 erreichbar. Die ILS wird im Neubau der Stadtwerke Pforzheim am Mühlkanal eingerichtet und soll im Jahr 2013 in Betrieb gehen. Die Fachplanung und die Bauüberwachung erfolgen durch das Büro Rücker + Schindele aus München.
Links
- Neuer Einsatzleitrechner für dei Feuerwehrleitstelle (PZ, 29.12.2011)
- Integrierte Leitstelle besiegelt (01.08.2010)
- Unwetterübung (18.04.2010)







