Inhalt

1550 bis 1899

1550

Älteste bekannte Pforzheimer Feuerordnung. Eine ältere Feuerordnung ist nur dadurch bekannt, dass deren Umsetzung in der Praxis nicht zufriedenstellend war.

1744

Erste gedruckte Pforzheimer Feuerordnung

18. Mai 1789

Bei einem Großbrand wurden 85 Häuser zerstört. Am Folgetag brach erneut ein Feuer aus und zerstörte weitere Häuser. Beim Wiederaufbau wurden Sicherheitsabstände zwischen den Häusern als Maßnahme des Vorbeugenden Brandschutzes eingeführt.

1845

In der Feuerordnung von 1845 wird eine besondere Abteilung "25 Turner" erwähnt, die als Kern der späteren freiwilligen Feuerwehr angesehen werden kann.

3. Juni 1858

Brand auf dem Anwesen des Chemikers Albert Ungerer an der Kanalstraße. Es fehlte damals an Löschgeräten und einer einheitlichen Leitung der Brandbekämpfung, was die Bevölkerung erregte. Der "Pforzheimer Beobachter" nahm dies zum Anlass, einen Aufruf zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr zu veröffentlichen.

7. Juni 1858

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Pforzheim. Adolf Kiehle wurde zum Kommandanten, Franz Zehetmayr zum stellvertretenden Kommandanten gewählt. Kurzfristig mussten nun technische und organisatorische Fragen beantwortet werden, u.a. musste das auf Hornsignalen basierende Alarmierungssystem ausgebaut werden.

31. Januar 1959

Erste Hauptübung der neu gegründeten freiwilligen Feuerwehr auf dem Rennfeld

1. März 1859

Brand im Haus des Bijouterie-Fabrikanten Carlsberg am Schlossberg

1. Juni 1859

Beim Brand der Scheune des "Waldhorn"-Wirts Kercher zeigte sich, dass die vorhanden zwei Spritzen bei einem Großbrand nicht ausreichend sind. Es gelang nur schwer, die angrenzenden Gebäude vor einem Übergriff der Flammen zu schützen.

1868

Gründung eines Freiwilligenkorps in Huchenfeld

1871 

Gründung eines Freiwilligenkorps in Brötzingen

1874 

Gründung eines Freiwilligenkorps in Eutingen (Baden)

1880

Gründung eines Freiwilligenkorps in Dillweißenstein

1873

Von 1848 bis 1873 hat sich die Pforzheimer Bevölkerung auf 24.000 verdreifacht! Die Ausrüstung der Feuerwehr bestand aus einer großen Baumleiter, einer Ausziehleiter, zwei Steck- und Steigleitern, acht Feuerhaken, einem Karren mit Werkzeug für Waldbrände, einem Sprungtuch, einem Rettungsschlauch, vier Handspritzen und sechs Hydrantenwagen.

1876

Gründung einer "Wasserwehr" für Arbeitseinsätze bei Hochwasserlagen. Die Wasserwehr wurde vom Feuerwehrkommandanten Franzmann, dem Großherzoglichen Amtsvorstand, dem Oberbürgermeister und dem Vorstand des Tiefbauamts gemeinsam geleitet.

1891

Beim Großbrand des alten Rathauses gelang es der Feuerwehr, alle NAchbargebäude zu schützen.

1950 - 1999

1958

Die Feuerwehr Pforzheim besteht aus 235 Feuerwehrmännern (Einsatzdienst und Musikzug). Von den neun Fahrzeugen stammen fünf aus den 50er Jahren, drei aus den 40er Jahren und nur noch ein Fahrzeug aus den 30ern.

1959

Die eingeschränkte Tagesverfügbarkeit der freiwilligen Feuerwehrmänner und die zunehmende Einsatzhäufigkeit führen zu Überlungen, hauptberufliche Kräfte einzustellen. Oberbürgermeister Dr. Johann Peter Brandburger hält es für notwendig, "dass ein Tanklöschfahrzeug mit vier bis sechs Mann Besatzung sofort ausfahren kann" und fordert "die ständige Besetzung der Feuermeldezentrale durch hauptberufliche Feuerwehrleute".

Es gibt drei hauptberufliche Kraftfahrer, die sich auch um die Gerätepflege kümmern.

1. Januar 1971

Die Feuerwehr Pforzheim wird ein eigenes Amt innerhalb der Stadtverwaltung.

Durch die Eingemeindungen von Würm (1971), Hohenwart (1972), Büchenbronn (1974), Huchenfeld und Eutingen (1975) erhielt Pforzheim mit über 100.000 Einwohnern den Status einer Großstadt. Damit verbunden war die Verpflichtung zur Einrichtung einer Berufsfeuerwehr.

In den nächsten Jahren wurden in der Ersinger Straße in der Nähe der Feuerwache "Alte Kelter" Wohnungen für zehn Feuerwehrleute angemietet. In der Feuerwache selbst wurden Aufenthaltsräume und eine Küche eingerichtet. Die Feuerwehrzentrale war ständig mit zwei Mann besetzt.

1974

Erstmals in Baden-Württemberg stellt die Stadt Pforzheim auf Initiative der Feuerwehr einen Notarztwagen in Dienst, der ständig mit einem Arzt, einem Rettungssanitäter und einem besonders geschulten Feuerwehrmann besetzt ist. 

1. Januar 1975

Formelle Einrichtung einer Abteilung Berufsfeuerwehr. Mit 28 Einsatzkräften war die Feuerwehr Pforzheim damit die kleinste der damals 66 Berufsfeuerwehren in Deutschland.

1978

Während die Wochenarbeitszeit für Berufsfeuerwehrleute im Landesdurchschnitt 52,5 Stunden beträgt, liegt sie in Pforzheim bei 70 Stunden. 

1980

Von 1949 bis 1970 wurde über den Standort einer neuen Hauptfeuerwache diskutiert und gestritten. Nach der Standortentscheidung dauerte es aber noch einmal sieben Jahre, bis der Gemeinderat den Neubau einer Feuerwache westlich des Messplatzes beschloss. Am 18. Dezember 1980 konnte die neue Wache von der Berufsfeuerwehr und dem 1. und 2. Zug der freiwilligen Feuerwehr bezogen werden; lediglich die alte Zentrale musste noch einige Monate in Betrieb bleiben, bis die Technik neuen Einsatzleitstelle fertiggestellt war.

1. April 1997

Das NAW-System wird durch das Rendevouz-System aus RTW und NEF ersetzt. Das Pforzheimer NEF wird im wöchentlichen Wechsel vom DRK bzw. ASB und BF besetzt.

31.12.2002

Unstimmigkeiten zwischen den Leistungserbringern des Rettungsdienstes führen dazu, dass die Feuerwehr nach 28 Jahren aus dem von ihr gegründeten Notarztdienst ausscheiden muss.

Ab 2000