Inhalt

1950 - 1999

1958

Die Feuerwehr Pforzheim besteht aus 235 Feuerwehrmännern (Einsatzdienst und Musikzug). Von den neun Fahrzeugen stammen fünf aus den 50er Jahren, drei aus den 40er Jahren und nur noch ein Fahrzeug aus den 30ern.

1959

Die eingeschränkte Tagesverfügbarkeit der freiwilligen Feuerwehrmänner und die zunehmende Einsatzhäufigkeit führen zu Überlungen, hauptberufliche Kräfte einzustellen. Oberbürgermeister Dr. Johann Peter Brandburger hält es für notwendig, "dass ein Tanklöschfahrzeug mit vier bis sechs Mann Besatzung sofort ausfahren kann" und fordert "die ständige Besetzung der Feuermeldezentrale durch hauptberufliche Feuerwehrleute".

Es gibt drei hauptberufliche Kraftfahrer, die sich auch um die Gerätepflege kümmern.

10. Juli 1968

Ein Tornado verwüstet Pforzheim: 2350 Gebäude werden beschädigt, sechs Gebäude völlig zerstört. Die Feuerwehr besitzt eine einzige Motorsäge.

1. Januar 1971

Die Feuerwehr Pforzheim wird ein eigenes Amt innerhalb der Stadtverwaltung.

Durch die Eingemeindungen von Würm (1971), Hohenwart (1972), Büchenbronn (1974), Huchenfeld und Eutingen (1975) erhielt Pforzheim mit über 100.000 Einwohnern den Status einer Großstadt. Damit verbunden war die Verpflichtung zur Einrichtung einer Berufsfeuerwehr.

In den nächsten Jahren wurden in der Ersinger Straße in der Nähe der Feuerwache "Alte Kelter" Wohnungen für zehn Feuerwehrleute angemietet. In der Feuerwache selbst wurden Aufenthaltsräume und eine Küche eingerichtet. Die Feuerwehrzentrale war ständig mit zwei Mann besetzt.

1974

Erstmals in Baden-Württemberg stellt die Stadt Pforzheim auf Initiative der Feuerwehr einen Notarztwagen in Dienst, der ständig mit einem Arzt, einem Rettungssanitäter und einem besonders geschulten Feuerwehrmann besetzt ist. 

1. Januar 1975

Formelle Einrichtung einer Abteilung Berufsfeuerwehr. Mit 28 Einsatzkräften war die Feuerwehr Pforzheim damit die kleinste der damals 66 Berufsfeuerwehren in Deutschland.

1978

Während die Wochenarbeitszeit für Berufsfeuerwehrleute im Landesdurchschnitt 52,5 Stunden beträgt, liegt sie in Pforzheim bei 70 Stunden. 

1980

Von 1949 bis 1970 wurde über den Standort einer neuen Hauptfeuerwache diskutiert und gestritten. Nach der Standortentscheidung dauerte es aber noch einmal sieben Jahre, bis der Gemeinderat den Neubau einer Feuerwache westlich des Messplatzes beschloss. Am 18. Dezember 1980 konnte die neue Wache von der Berufsfeuerwehr und dem 1. und 2. Zug der freiwilligen Feuerwehr bezogen werden; lediglich die alte Zentrale musste noch einige Monate in Betrieb bleiben, bis die Technik neuen Einsatzleitstelle fertiggestellt war.

Zur Verbesserung der Tagesalarmsicherheit wurde in Hohenwart eine Frauengruppe gegründet: 15 Frauen stellten tagsüber den Brandschutz in dem abgelegenen Höhenstadtteil sicher. 

1983

Die Funkwerkstatt der Feuerwehr Pforzheim wird vom Regierungspräsidium Karlsruhe als "Zentrale Funkwerkstatt" anerkannt. Sie gewährleistet die Betriebsbereitschaft der zugeordneten Relaisfunkstellen und der (von einem Pforzheimer Feuerwehrmann entwickelten) analogen Feld-Funk-Alarmumsetzer um Neckar-Odenwald-Kreis.

1988

Die Berufsfeuerwehr übernahm die Aufgaben der Grubenwehr im Fluss- und Schwerspatwerk im Würmtal. Bei mehreren Bränden und Hilfeleistungen unter Tage konnte sich die Spezialeinheit bewähren. Die Grubenwehr wurde auch außerhalb Pforzheims eingesetzt, so z. B. 1994 bei einem Brand im noch im Bau befindlichen Ettlinger Wartkopftunnel. 1996 wurde der Untertageabbau in der Grube Käfersteig eingestellt, zwei Jahre später wurde die Grubenwehr aufgelöst.

11. Januar 1989

Bei einer Gasexplosion in der Jörg-Ratgeb-Straße werden sieben Feuerwehrmänner verletzt.

1997

Das NAW-System wird durch das Rendevouz-System aus RTW und NEF ersetzt. Das Pforzheimer NEF wird im wöchentlichen Wechsel vom DRK bzw. ASB und BF besetzt.

1999

Nach einjähriger umfangreicher Vorbereitungsphase startet die Berufsfeuerwehr mit der Brandschutzerziehung in den Pforzheimer Kindergärten.